Überstunden gehören im Handwerk oft zum Alltag – selbst wenn die Planung scheinbar steht und die Abläufe klar sind. Doch warum häufen sich die Extrastunden immer wieder? Für viele Chefs ist das nicht nur eine organisatorische, sondern auch eine Führungsfrage. Denn ständige Mehrarbeit kann die Motivation im Team drücken, die Bindung schwächen und die Qualität der Arbeit gefährden. Gleichzeitig erwarten Kunden Flexibilität und schnelle Lösungen. Wie schaffst du es, die Balance zwischen betrieblichen Anforderungen, Kundenwünschen und den Bedürfnissen deiner Mitarbeiter zu halten? In diesem Artikel findest du praxisnahe Ansätze, wie du Überstunden im Betrieb besser steuerst, dein Team motivierst und dabei auch deine eigene Rolle als Chef weiterentwickelst.
Überstunden entstehen selten ohne Grund. Oft sind es kurzfristige Ausfälle, zu viele zugesagte Projekte oder eine zu knappe Kalkulation, die das Team an die Belastungsgrenze bringen. Wichtig ist, die Ursachen offen zu analysieren – auch selbstkritisch. Wer Fehler in der Planung oder Organisation erkennt und anspricht, schafft Vertrauen und kann gemeinsam mit dem Team an Lösungen arbeiten. Ehrlichkeit gegenüber den Mitarbeitern ist dabei entscheidend: Nur so lassen sich wiederkehrende Überstunden langfristig vermeiden.
Das sind die Möglichkeiten, einfach alle mit ins Boot zu nehmen und einfach sagen, blöde Sache, was jetzt gelaufen ist, aber wir finden hier eine Lösung A, B, C.
Dirk Abel
Kunden erwarten oft, dass alles möglich gemacht wird – auch wenn es auf Kosten des Teams geht. Hier ist es wichtig, als Chef klare Grenzen zu setzen. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe bedeutet auch, dem Kunden ehrlich zu kommunizieren, wenn Termine nicht zu halten sind oder das Team bereits am Limit arbeitet. Wer immer nur nachgibt, riskiert Überlastung und Unzufriedenheit im Betrieb. Mit klarer Kommunikation und nachvollziehbaren Argumenten lassen sich auch schwierige Situationen mit Kunden meistern, ohne das Team zu überfordern.
Dann ist ja auch die entscheidende Frage, wenn ich schon Überstunden mache, dann müssen die auch schön vergoldet werden.
Dirk Abel
Nicht jede Überstunde ist vermeidbar – aber sie sollte immer wertgeschätzt werden. Ob durch zusätzliche Bezahlung, Freizeitausgleich oder kleine Boni: Entscheidend ist, dass du die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter kennst und individuell darauf eingehst. Während der eine lieber mehr Freizeit möchte, freut sich der andere über einen finanziellen Ausgleich oder eine besondere Anerkennung. Standardlösungen funktionieren immer weniger – gefragt ist Flexibilität und echtes Interesse an den Wünschen deines Teams.
Heute ist aber die Anzahlung eines Chefs an seinem Mitarbeiter genau zu prüfen und zu wissen, was wünscht sich Mitarbeiter A, was wünscht sich Mitarbeiter B.
Dirk Abel
Flexibilität ist keine Einbahnstraße. Wer von seinem Team erwartet, dass es bei Engpässen einspringt, sollte auch selbst bereit sein, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Das kann bedeuten, kurzfristig Freizeitausgleich zu ermöglichen, auf private Termine Rücksicht zu nehmen oder kreative Lösungen für besondere Situationen zu finden. Gerade die jüngere Generation legt Wert auf Ausgleich und persönliche Freiräume – hier punktest du als Chef, wenn du flexibel und offen bleibst.
Also hier muss man genau individuell auf die Bedürfnisse zugehen und genau die Mitarbeiter auch fragen, was ist für dich wichtig?
Dirk Abel
Offene Kommunikation ist das A und O, wenn es um Überstunden geht. Sprich mit deinem Team über die Gründe für Mehrarbeit, höre zu und frage nach, was für jeden Einzelnen wichtig ist. Oft haben Mitarbeiter eigene Ideen, wie sich Überstunden besser organisieren oder verteilen lassen. Wer regelmäßig im Gespräch bleibt, kann Missverständnisse vermeiden, die Motivation hochhalten und gemeinsam Lösungen finden, die für alle passen.
Überstunden sind oft ein Zeichen dafür, dass Prozesse oder die Planung noch nicht optimal laufen. Nutze die Erfahrungen aus stressigen Phasen, um Abläufe zu hinterfragen und zu optimieren. Vielleicht lassen sich Aufgaben anders verteilen, Puffer einbauen oder die Projektannahme besser steuern. Wer kontinuierlich an den Stellschrauben dreht, sorgt dafür, dass Überstunden zur Ausnahme werden – und nicht zur Regel.
Überstunden lassen sich im Handwerk nicht immer vermeiden – aber sie müssen kein Dauerzustand sein. Mit ehrlicher Analyse, klarer Kommunikation und individueller Wertschätzung kannst du als Chef die Belastung fair verteilen und die Motivation im Team hochhalten. Zeige klare Kante gegenüber Kunden, gleiche Überstunden flexibel aus und optimiere deine Prozesse laufend. So schaffst du ein Arbeitsumfeld, in dem Mehrarbeit nicht zum Frustfaktor wird.
Hör dir die Podcastfolge mit Dirk Abel an und teile sie gern, wenn sie dir weiterhilft!
Sprich offen mit deinem Team über Überstunden, frage nach individuellen Wünschen und finde gemeinsam Lösungen, die für alle passen – so stärkst du Motivation und Zusammenhalt!
"Bei Achim wusste ich gleich, dass ich viele Gleichgesinnte treffe!"
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