Du kennst das Tagesgeschäft. Angebote, Baustellen, Personal, abends noch die Mails. Für die großen Fragen – wo dein Betrieb in zwei Jahren steht, wie du dich positionierst, was der nächste Schritt ist – bleibt selten Zeit. Und wenn doch, sitzt du damit meistens allein am Schreibtisch. Die Wahrheit ist: Echte Unternehmensentwicklung im Handwerk passiert selten dort. Sie passiert, wenn du rauskommst, dich zu anderen Chefs setzt und zuhörst. Warum das so ist, erzähle ich dir an einem ganz normalen Nachmittag mit drei fremden Handwerkern.
Stell dir vor: ein Saal voller Handwerkerchefs, über dreißig Grad, du stehst am Grillbuffet und kennst außer den Gastgebern niemanden. Dann kommt dieser Moment, den keiner mag: Wo setze ich mich jetzt hin? Ich habe mir einen Tisch mit drei Kollegen ausgesucht, die sympathisch aussahen, und gefragt, ob noch ein Platz frei ist. Ungefähr in meinem Alter, mitten im Geschäft. Genau der kurze, unbequeme Schritt – fremde Leute ansprechen – war der Anfang von einem der besten Gespräche des Tages.
Wer auf so eine Veranstaltung fährt, ist ohnehin auf der Suche. Nach neuen Impulsen, nach einem smarten Tipp, nach dem Gedanken, der weiterhilft. Diese Leute sind offen. Du musst dich nur trauen, dich dazuzusetzen.
Solche Veranstaltungen sind unersetzbar.
Achim Maisenbacher
Am Ende des Tages haben wir zu viert beim Bier Resümee gezogen. Und da wurde mir wieder klar, warum sich der Weg quer durch halb Deutschland lohnt: Nicht wegen der Vorträge, sondern wegen der Gespräche zwischendurch. Weil dir jemand gegenübersitzt, der dieselben Themen wälzt wie du – nur an einer anderen Stelle steht. Marketing, Positionierung, Mitarbeiterführung, Kommunikation. Das sind die Themen, die in jedem Betrieb eine riesige Rolle spielen, egal welches Gewerk.
Das Gute daran: Die Impulse, die dabei entstehen, kommen oft unscheinbar daher. Nicht kompliziert, nicht weit hergeholt – sondern so, dass du sie am Montag umsetzen kannst. Genau die Sorte Gedanke, für die im eigenen Kopf, allein am Schreibtisch, meistens der Anstoß fehlt.
Woher ich das habe? Ganz ehrlich: aus tausenden Gesprächen. Jede Woche sitzen mir Handwerker gegenüber, die MemoMeister ausprobieren wollen. Und ich habe mir vor langer Zeit angewöhnt, ihnen nicht als Erstes das Tool zu zeigen. Sondern erst mal zu fragen: Wo stehst du gerade? Welche Herausforderung hast du? Was hat sich bei dir geändert, dass du deine Dokumentation jetzt besser machen willst?
Der eine oder andere schüttet dann richtig sein Herz aus. Und in der Summe drehen sich diese Gespräche fast nie zuerst um Software. Sie drehen sich um das Unternehmen. Ich habe so schon mindestens tausend Handwerkern geholfen, im ganzen Digitalisierungs-Thema nicht nur auf das Werkzeug zu schauen, sondern auf den Betrieb dahinter.
Wie bin ich positioniert? Wo möchte ich hin? Was ist der nächste Schritt?
Achim Maisenbacher
Und ja: Manchmal sage ich einem Interessenten, dass MemoMeister gerade nicht das Richtige für ihn ist. Weil ich merke, dass bei ihm erst ein paar andere Hausaufgaben im Unternehmen dran sind. Das kostet mich kurzfristig vielleicht einen Kunden – aber es ist der ehrlichere Weg. Und es ist genau die Art von Gespräch, die weiterbringt: eine klare Einschätzung von jemandem, der schon hunderte Betriebe von innen gesehen hat.
Deine Weiterentwicklung als Chef entscheidet sich nicht am Schreibtisch, sondern an fremden Tischen. Der konkrete nächste Schritt ist unbequem klein: Blockier dir den nächsten passenden Termin, an dem andere Handwerkschefs zusammenkommen – und setz dich bewusst zu Leuten, die du nicht kennst. Frag nach, hör zu, zieh am Ende des Tages dein Resümee. Den Rest macht das Gespräch von allein.
Hör dir jetzt die aktuelle Solo-Folge vom Bauimpulse-Podcast an und teile sie, wenn sie dir gefallen hat!
Fahr ab und zu raus, setz dich zu fremden Kollegen an den Tisch und stell drei Fragen: Wo stehst du? Wo willst du hin? Was ist dein nächster Schritt? Diese Gespräche bringen dich weiter als jede Software.
Weil dir jemand gegenübersitzt, der dieselben Themen kennt – Positionierung, Personal, Kommunikation – aber an einer anderen Stelle steht. Genau daraus entstehen umsetzbare Impulse, auf die du allein im eigenen Betrieb selten kommst.
Schau bei Innung, Verbänden, Herstellern und Branchen-Events – aber auch bei Podcasts und Communities, die Handwerkschefs zusammenbringen. Wichtiger als das perfekte Format ist, dass du überhaupt hinfährst und dich zu fremden Leuten setzt.
Ja. Ein, zwei gute Termine im Jahr reichen oft für den einen Gedanken, der deinen Betrieb wirklich weiterbringt. Das ist keine verlorene Zeit, sondern Unternehmensentwicklung – nur außerhalb des Büros.
Ein guter Handwerks-Podcast bringt dir die Erfahrungen anderer Chefs direkt aufs Ohr – beim Fahren, auf der Baustelle, unterwegs. Du bekommst Impulse zu Themen wie Positionierung und Führung, ohne dafür extra Zeit am Schreibtisch zu blocken.
Sinnvoll wird sie, wenn dein Betrieb weiß, wo er hinwill, und die Abläufe grundsätzlich stehen. Wenn erst ein paar andere Hausaufgaben dran sind, bringt dir das beste Tool wenig – dann klär zuerst die Grundlagen.
"Bei Achim wusste ich gleich, dass ich viele Gleichgesinnte treffe!"
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