Verschwendung passiert auf jeder Baustelle. Material, das keiner findet. Kollegen, die aufeinander warten. Abläufe, die keiner hinterfragt, weil es schon immer so lief. Thomas Bär vom German Lean Construction Institute war bei mir im Podcast und hat genau das auseinandergenommen -> wie kommt ein Team vom Nebeneinander zum echten Miteinander, und was bringt das konkret. Hier die Kernpunkte aus dem Gespräch.
Lean Construction stammt ursprünglich aus dem Toyota-Produktionssystem. Klingt nach Theorie, ist aber gesunder Menschenverstand plus Handwerkerpraxis. Die Kernfrage: Wie baue ich mit meinem Team clever, statt einfach nur schneller oder billiger? Dafür musst du Prozesse hinterfragen, Arbeitsplätze sinnvoll organisieren und dich immer wieder fragen, was wirklich gebraucht wird.
Am Ende geht es darum, sich clever anzustellen – Lean Construction habe ich auch schon mal übersetzt mit ‚clever bauen‘. Thomas Bär
Schau genau hin und du findest sie sofort: unnötige Transportwege, Wartezeiten, Sucherei nach Material oder Werkzeug, Überproduktion, zu detaillierte Planung. Wartezeiten sind dabei der größte Produktivitätskiller -> oft wird einfach hingenommen, dass Abläufe stocken oder Material im Weg steht. Ist aber kein Naturgesetz. Schon eine bessere Arbeitsvorbereitung oder klarere Abläufe bringen spürbar was.
Lean unterscheidet vier Stufen der Zusammenarbeit: Gegeneinander, Nebeneinander, Miteinander, Füreinander. Erst wenn das Team füreinander arbeitet, entsteht echte High-Performance -> jeder erledigt nicht nur seine Aufgabe, sondern hat das Ganze im Blick und springt ein, wenn’s klemmt. In vielen Betrieben noch keine Selbstverständlichkeit. Aber der Unterschied auf der Baustelle ist sofort spürbar.
Wenn die Teams miteinander arbeiten, können auch wirklich gute Ergebnisse dabei rauskommen. Thomas Bär
Zwei zentrale Methoden für die Praxis. Beim Last Planner System plant ihr die Abläufe gemeinsam mit den Ausführenden -> nicht von oben herab. Jeder übernimmt Verantwortung für seinen Abschnitt und gibt realistische Zusagen ab. Die Taktplanung sorgt dafür, dass Arbeitsschritte im festen Rhythmus laufen und keine Engpässe entstehen. Ergebnis: weniger Stress, weniger Nacharbeit, mehr Verlässlichkeit.
Die meisten Probleme auf der Baustelle sind kein Fachthema, sondern Gewohnheitssache. Dass Abläufe holpern oder am Feierabend das Aufräumen ausfällt, wird einfach hingenommen. Hier setzt Lean an: Routinen hinterfragen, gemeinsam mit dem Team kleine Verbesserungen umsetzen. Die Haltung zählt, nicht der Zwang von außen. Lebst du als Chef Ordnung, Vorbereitung und gegenseitige Unterstützung vor, merkst du schnell, wie sich Stimmung und Ergebnisse verändern.
Am Ende geht’s nicht nur um Effizienz. Es geht darum, dass jeder im Team sagen kann: Hier hab ich mitgewirkt, das war ein gutes Projekt. Der Kunde profitiert nebenbei auch noch -> Termine halten, weniger unnötige Kosten. Fang mit einer einzigen Baustelle an und schau, wo bei euch am meisten Zeit verloren geht.
Das ganze Gespräch mit Thomas Bär vom German Lean Construction Institute gibt’s in der aktuellen Bauimpulse-Folge.
Fang nicht bei der großen Theorie an, sondern bei der nächsten Baustelle: eine Sache identifizieren, die Zeit frisst, und mit dem Team gemeinsam abstellen.
Lean Construction ist die Übertragung von Lean-Prinzipien aus der Autoindustrie (Toyota) auf den Bau. Entstanden in den 1990ern, mit dem Ziel: Verschwendung raus, Effizienz rauf.
Vor allem Wartezeiten, unnötige Transportwege, Überproduktion und Fehler/Nacharbeit. Mit Just-in-Time-Lieferungen, klaren Prozessen und regelmäßiger Schulung bekommst du sie in den Griff.
Eine Planungsmethode, bei der die Ausführenden selbst die Abläufe planen und realistische Zusagen für ihren Abschnitt geben -> statt starrer Vorgaben von oben.
Gegeneinander, Nebeneinander, Miteinander, Füreinander. Je höher die Stufe, desto reibungsloser die Baustelle und desto besser das Ergebnis.
Ja, gerade dort. Du brauchst kein großes Projekt, um damit anzufangen -> schon eine bessere Arbeitsvorbereitung auf der nächsten Baustelle zeigt Wirkung.
"Bei Achim wusste ich gleich, dass ich viele Gleichgesinnte treffe!"
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