Im Handwerksbetrieb läuft nicht immer alles nach Plan: Fehler schleichen sich ein, Abläufe geraten ins Stocken, und die Verantwortung lastet oft schwer auf den Schultern des Chefs. Gerade wenn der Betrieb wächst und die Anforderungen steigen, wird der Umgang mit Fehlern und Verantwortung zum entscheidenden Faktor für nachhaltigen Erfolg. Wer als Chef immer nur nach Schuldigen sucht oder alles selbst erledigen will, blockiert nicht nur die Entwicklung des Teams, sondern auch die eigene. Es geht darum, eine Kultur zu schaffen, in der Fehler als Chance gesehen werden, offen kommuniziert wird und jeder Verantwortung übernimmt – für sich, das Team und das Unternehmen. In diesem Artikel findest du praxisnahe Impulse, wie du als Handwerkschef eine starke Fehlerkultur etablierst und so den Grundstein für echten Fortschritt legst.
Als Chef bist du das Vorbild für dein Team – nicht nur fachlich, sondern vor allem im Umgang mit Fehlern und Herausforderungen. Wenn du selbst nicht klar hinter dem stehst, was du tust, spüren das alle im Betrieb. Es lohnt sich, die eigenen Werte zu reflektieren und zu prüfen, ob du wirklich den Weg gehst, der zu dir und deinem Unternehmen passt. Nur so kannst du authentisch führen und Veränderungen anstoßen, die auch von anderen mitgetragen werden. Gerade bei Generationenwechseln oder neuen Marktanforderungen ist es wichtig, nicht aus Gewohnheit an alten Strukturen festzuhalten, sondern mutig neue Wege zu gehen.
Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Wenn ich als Chef nicht klar bin im Weg, den dieses Unternehmen wirklich gehen soll, dann gerät letztlich alles in der Dysbalance.
Barbara Begerow
Viele Probleme entstehen, weil nicht offen gesprochen wird – weder über Fehler noch über Erwartungen. Wer immer nur annimmt, dass der andere schon weiß, was Sache ist, riskiert Missverständnisse und Frust. Es hilft, regelmäßig das Gespräch zu suchen, Bedürfnisse klar zu äußern und auch mal zuzugeben, wenn etwas schiefgelaufen ist. Besonders wirkungsvoll sind dabei Ich-Botschaften: Statt mit dem Finger auf andere zu zeigen, sprichst du offen über deine eigenen Gefühle und Herausforderungen. Das schafft Vertrauen und öffnet die Tür für echte Lösungen.
Wir vergessen dabei, dass uns die Menschen nur bis vor die Stirn gucken können. Es ist unsere Aufgabe, tatsächlich unsere Bedürfnisse, unsere Wünsche, unsere Gedanken mit anderen zu teilen.
Barbara Begerow
Fehler sind kein Zeichen von Schwäche, sondern ein natürlicher Teil des Lernens und der Weiterentwicklung. Wer in seinem Betrieb eine Kultur schafft, in der Fehler offen angesprochen werden dürfen, legt den Grundstein für Innovation und nachhaltigen Erfolg. Statt Schuldige zu suchen, lohnt es sich, die Ursachen zu analysieren: Liegt es an fehlenden Prozessen, unklaren Zuständigkeiten oder mangelnder Schulung? So werden Fehler zum Motor für Verbesserungen, von denen alle profitieren.
Fehler sind normal. Wenn wir keine Fehler machen, hören wir auf zu lernen und damit auch auf zu wachsen – egal ob als Mensch oder als Unternehmen.
Barbara Begerow
Viele Chefs neigen dazu, alles selbst regeln zu wollen – aus Angst, dass sonst etwas schiefgeht. Doch echte Führung bedeutet, Verantwortung zu teilen und den Mitarbeitenden zuzutrauen, eigene Entscheidungen zu treffen. Das stärkt das Selbstvertrauen im Team und entlastet dich als Chef. Voraussetzung dafür ist eine klare Kommunikation der Erwartungen und ein Rahmen, in dem Fehler nicht bestraft, sondern als Lernchance genutzt werden. So entsteht ein Betriebsklima, in dem sich alle einbringen und gemeinsam wachsen können.
Wenn ich da die alleinigen Zügel in der Hand habe, dann kann sich dieses Unternehmen nicht organisch fortbewegen. Ich darf lernen, meinen Mitarbeitenden zu vertrauen in jeglicher Hinsicht.
Barbara Begerow
Wer ständig nur für den Betrieb da ist und die eigenen Bedürfnisse ignoriert, riskiert langfristig die eigene Gesundheit – und damit auch die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Es ist kein Zeichen von Schwäche, auf sich selbst zu achten, sondern eine Voraussetzung, um dauerhaft kraftvoll führen zu können. Nimm dir Zeit für Reflexion, erkenne Warnsignale wie Stress oder Unzufriedenheit frühzeitig und sei bereit, nötige Veränderungen anzugehen. Nur wenn es dir gut geht, kannst du auch für andere da sein.
Es ist super wichtig, ganz klar für sich zu sein, die eigenen Signale der Seele und des Körpers wahrzunehmen, zu merken, hier ist was in der Dysbalance, ich bin hier nicht glücklich.
Barbara Begerow
Verbindlichkeit ist mehr als ein Schlagwort – sie ist die Basis für Vertrauen im Team und für deinen eigenen unternehmerischen Erfolg. Halte Zusagen ein, kommuniziere ehrlich, wenn du etwas nicht schaffst, und stehe zu deinen Entscheidungen. So stärkst du nicht nur das Vertrauen deiner Mitarbeitenden, sondern auch dein eigenes Selbstvertrauen. Achte darauf, wie du mit dir selbst sprichst, und sei dir bewusst: Du bist das wichtigste Vorbild im Unternehmen.
Wie kannst du es schaffen, dir selbst zu vertrauen? Indem du die Dinge, die du sagst, dass du sie tun wirst, auch wirklich tust.
Barbara Begerow
Eine starke Fehlerkultur und gelebte Verantwortung sind keine Selbstläufer, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen und klarer Kommunikation. Wer als Chef offen mit Fehlern umgeht, Verantwortung übernimmt und Veränderungen aktiv gestaltet, schafft ein Betriebsklima, in dem alle wachsen können – auch du selbst. Überlege dir: Wo kannst du heute den ersten Schritt machen, um mehr Offenheit, Verbindlichkeit und Selbstfürsorge in deinen Alltag zu bringen?
Hör dir die komplette Podcast-Episode mit Barbara Begerow an und teile sie gern, wenn sie dir gefallen hat!
Überdenke deine Abläufe und sei bereit, neue Impulse umzusetzen – nur so kannst du echte Veränderungen in deinem Betrieb erreichen und den Mehrwert für deine Kunden steigern.
"Bei Achim wusste ich gleich, dass ich viele Gleichgesinnte treffe!"
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