Viele Handwerkschefs kennen das Dilemma: Während das Team auf der Baustelle anpackt, stapeln sich im Büro die Aufgaben. Die Folge? Die Mitarbeiter fragen sich, warum der Chef so selten vor Ort ist – und ob er überhaupt mitbekommt, was draußen läuft. Diese Distanz kann schnell zu Missverständnissen, Frust und dem Gefühl führen, nicht ausreichend wertgeschätzt zu werden. Gleichzeitig ist die Büroarbeit für den Betrieb unverzichtbar: Angebote, Planung, Organisation, Kundenkommunikation – all das hält den Laden am Laufen. Wie gelingt es, trotz voller To-do-Liste als Chef nah am Team zu bleiben, Vertrauen zu stärken und die Mannschaft zu entwickeln? In diesem Artikel findest du praxisnahe Impulse, wie du die Balance zwischen Büro und Baustelle meisterst – und warum das für die Zukunft deines Betriebs entscheidend ist.
Viele Mitarbeiter sehen nur, dass der Chef selten auf der Baustelle ist – was hinter den Kulissen läuft, bleibt oft verborgen. Dabei sind die Aufgaben im Büro vielfältig: Angebote kalkulieren, Rechnungen prüfen, Termine koordinieren, Personal organisieren und vieles mehr. Diese Tätigkeiten sind das Rückgrat des Betriebs, auch wenn sie nicht direkt sichtbar sind. Es hilft, dem Team gelegentlich transparent zu machen, welche Aufgaben im Hintergrund erledigt werden. So wächst das Verständnis und das Gefühl, gemeinsam an einem Strang zu ziehen.
Letztendlich ist es einfach so, dass der Chef, der einfach im Büro ist, einfach so viele Aufgaben bewältigen muss.
Dirk Abel
Wertschätzung ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis bewusster Führung. Auch wenn du nicht täglich auf der Baustelle bist, kannst du deinem Team zeigen, dass du ihre Arbeit siehst und schätzt. Kleine Gesten wie ein Kasten Wasser im Sommer, ein gemeinsames Eis oder ein kurzes Gespräch vor Ort wirken oft Wunder. Es geht darum, Interesse zu zeigen und regelmäßig nachzufragen, was gut läuft und wo es hakt. So entsteht das Gefühl, Teil eines Teams zu sein – auch wenn der Chef nicht immer persönlich dabei ist.
Einfach die Wertschätzung zu haben gegeneinander.
Dirk Abel
Nicht jeder Mitarbeiter braucht oder will ständige Anleitung. Viel wichtiger ist es, die individuellen Stärken zu erkennen und gezielt zu fördern. Wer Verantwortung überträgt, signalisiert Vertrauen – und gibt dem Team die Möglichkeit, zu wachsen. Das bedeutet auch, gemeinsam Entwicklungspläne zu schmieden: Wer möchte Baustellenleiter werden? Wer kann mehr Verantwortung übernehmen? So entsteht eine Kultur, in der jeder weiß, wohin die Reise gehen kann – und was dafür nötig ist.
Es ist eine entwickelnde Funktion von Mitarbeitern. Was können sie und wo brauchen sie die Unterstützung?
Dirk Abel
Regelmäßige, kurze Meetings helfen, den Draht zum Team zu halten – auch wenn der Chef nicht ständig vor Ort ist. Ein tägliches Stand-up von fünf Minuten reicht oft schon, um die wichtigsten Themen zu besprechen, Fragen zu klären und den Tag gemeinsam zu starten. Wichtig: Probleme und Herausforderungen sollten gesammelt und gebündelt besprochen werden, statt den Chef mit Einzelanrufen zu überfluten. So bleibt die Kommunikation effizient und alle sind auf dem gleichen Stand.
Wir machen jeden Morgen ein kleines Meeting, reicht auch fünf Minuten.
Dirk Abel
Wenn im Team Unzufriedenheit aufkommt – etwa weil der Chef zu selten auf der Baustelle ist – ist das ein wichtiges Warnsignal. Nimm solche Rückmeldungen ernst und frage nach, was dahintersteckt. Oft geht es weniger um die tatsächliche Anwesenheit, sondern um fehlende Kommunikation, mangelnde Wertschätzung oder Unsicherheit über die eigenen Aufgaben. Wer hier aufmerksam zuhört und gezielt nachsteuert, kann Konflikte frühzeitig entschärfen und das Betriebsklima verbessern.
Das ist eine kleine Nuose von dem ganzen Kuchen, was man natürlich machen muss, um die Mitarbeiter auch besser führen zu können.
Dirk Abel
Eine moderne Führungskultur setzt auf Vertrauen, klare Kommunikation und die Entwicklung der Mitarbeiter. Das bedeutet: Nicht alles selbst machen, sondern Aufgaben abgeben, Verantwortung übertragen und regelmäßig Feedback geben. Wer als Chef offen für die Bedürfnisse des Teams bleibt und Entwicklungsmöglichkeiten bietet, sorgt dafür, dass die Mannschaft motiviert bleibt – und der Betrieb auch in Zukunft erfolgreich ist.
Die Frage, wie du als Chef trotz voller Schreibtisch-Nähe zum Team hältst, lässt sich beantworten: Mit klarer Kommunikation, echter Wertschätzung und dem Mut, Verantwortung abzugeben. So schaffst du Vertrauen, entwickelst deine Mitarbeiter weiter und sorgst dafür, dass dein Betrieb auch ohne deine ständige Präsenz auf der Baustelle läuft. Überlege dir: Wo kannst du heute schon kleine Veränderungen anstoßen? Wenn du mehr dazu hören willst, höre dir unbedingt die Podcast-Episode mit Dirk Abel an und teile sie gern mit Kollegen, denen das Thema ebenfalls unter den Nägeln brennt.
Höre aktiv auf die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter und schaffe regelmäßige Gelegenheiten für Austausch – so stärkst du das Vertrauen und die Eigenverantwortung im Team.
"Bei Achim wusste ich gleich, dass ich viele Gleichgesinnte treffe!"
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