Ein Mieter behauptet, das Dach sei undicht. Du fährst raus, machst ein paar Fotos, erklärst am Telefon, dass es ein Lüftungsproblem ist – und trotzdem bleibt der Zweifel im Raum. Genau an dieser Stelle setzt Jens Appel an. Er ist Dachdecker, hat acht Mitarbeiter und arbeitet fast nur für Hausverwaltungen. Sein Trick ist keine neue Maschine und kein Zaubertool, sondern die Art, wie er dokumentiert und kommuniziert. In diesem Beitrag liest du, wie aus lästiger Fotodokumentation ein Draht zum Kunden wird, den Hausverwalter richtig gern haben – und warum dieselben Fotos am Ende sogar eine eigene Rechnungsposition werden.
Jens ist niemand, der auf jede App anspringt. Beim ersten Gespräch hat er offen gesagt, dass Technik nicht sein Ding ist. Vorher lief die Doku so, wie sie bei vielen läuft: Bilder abends vom Handy ziehen, in einen Windows-Ordner werfen – und dann nie wieder finden. Der Punkt ist: Es hat nicht an Jens‘ Willen gelegen, sondern daran, dass es keinen festen Ort für die Fotos gab. Sobald der da war, war die Hürde weg.
Ich habe zwei linke Hände, was Computer angeht.
Jens Appel
Bei größeren Bauvorhaben schickt Jens von Anfang an einen Link. Darin liegen die Fotos – für den Bauingenieur, für den Verwalter, für die Eigentümer, die sehen wollen, was passiert. Keiner muss mehr anrufen und nachfragen, wie weit ihr seid. Jeder sieht es selbst, tagesaktuell. Für einen Hausverwalter, der zehn Objekte gleichzeitig im Kopf hat, ist das keine Spielerei, sondern echte Entlastung.
Es gibt kaum noch Fragen in der Bauphase. Jeder kann tagesaktuell, minutenaktuell sehen, was gerade passiert ist. Die Leute sind einfach nur glücklich.
Jens Appel
Der zweite Effekt ist noch handfester. Wenn ein Mieter etwas behauptet, das nicht stimmt, steht bei Jens nicht mehr Aussage gegen Aussage. Er hat die Bilder – aufgenommen zum richtigen Zeitpunkt, abgelegt am richtigen Ort. Damit lässt sich eine unberechtigte Reklamation schon auf der Baustelle klären, statt sie wochenlang durch Mails und Telefonate zu schleppen. Das schützt deinen Ruf beim Verwalter, und der weiß: Was von euch kommt, ist belegt.
Jetzt kommt der Teil, den viele unterschätzen. Jens wurde früher oft zu einem Fall gerufen – hinfahren, anschauen, Fotos machen, Bescheid geben. Seine Zeit war weg, bezahlt hat sie keiner. Heute macht er aus derselben Begehung einen strukturierten Bericht und rechnet ihn nach Seiten ab. Die Verwalter zahlen das gern, weil sie den Bericht direkt für die Eigentümerversammlung brauchen – Aufwand null für sie. Aus einer unbezahlten Fahrt ist eine Position auf der Rechnung geworden. Im Winter, wenn draußen wenig geht, ist das für seinen Betrieb ein echter Hebel.
Ein Kunde von uns schreibt sogar schon drunter, entweder Reparatur oder Bericht ausführen. Das heißt, es ist sofort freigegeben. Die haben sich schon an das, was wir liefern, gewöhnt.
Jens Appel
Ehrlich bleibt Jens auch beim Thema Mitarbeiter. Er hat das Onboarding nicht sauber und pädagogisch aufgezogen – er hat die Fotodoku einfach eingeführt und gesagt: bitte so. Und es hat trotzdem funktioniert. Die Jungs machen die Fotos, kommen gut damit zurecht, nur beim Beschriften hakt es manchmal noch. Was hilft: Neue bekommen den Onboarding-Link schon vor dem ersten Arbeitstag. Und wo mal ein Fehler auf dem Bild auftaucht, ist das kein Drama, sondern die Chance, es in der Bauphase zu korrigieren – statt jahrelang falsch weiterzumachen. Du brauchst also keine perfekte Methode. Du brauchst einen Anfang.
Der rote Faden bei Jens ist simpel: Sobald deine Fotos einen festen Ort haben und deine Kunden per Link mitsehen können, wird aus Doku ein Draht zum Verwalter, der Reklamationen abwehrt, Rückfragen spart und sich sogar abrechnen lässt. Du musst dafür nicht zum Technik-Fan werden – Jens war das Gegenteil. Nimm dir diese Woche eine laufende Baustelle und teste den einfachsten Schritt: die Fotos an einen Ort, einen Link zum Verwalter. Mehr braucht der Einstieg nicht.
Hör dir jetzt die Podcast-Episode mit Jens Appel an und teile sie, wenn sie dir gefallen hat!
Fang mit einer Baustelle an: Fotos an einen festen Ort, ein Freigabe-Link zum Verwalter. Erst dann wird Doku vom Zeitfresser zum Draht, der für dich arbeitet.
Weil sie ihnen Arbeit abnimmt. Ein Verwalter muss bei der Eigentümerversammlung Berichte liefern. Bekommt er von dir einen sauberen, bebilderten Bericht, hat er dafür keine Sekunde Aufwand – und du bist der Handwerker, mit dem alles einfach läuft.
Mit Fotos vom richtigen Zeitpunkt steht nicht mehr Aussage gegen Aussage. Du kannst direkt zeigen, wie es aussah und was ihr gemacht habt. So nimmst du einer falschen Behauptung schon auf der Baustelle den Wind aus den Segeln.
Ja. Aus einer Begehung mit Fotos wird ein strukturierter Bericht, den du – nach Absprache mit dem Kunden – als eigene Position abrechnest. Jens staffelt das nach Seitenzahl. Aus einer früher unbezahlten Fahrt wird so eine bezahlte Leistung.
Ein Link, über den ausgewählte Personen die Fotos zu einem Projekt sehen – Bauingenieur, Verwalter, Eigentümer. Du entscheidest, was drin liegt. Ergebnis: kaum noch Rückfragen während der Bauphase, weil jeder tagesaktuell mitsieht.
Es muss nicht perfekt sein. Jens hat es „mit der Axt im Wald“ eingeführt und es lief. Was hilft: neue Kollegen bekommen die Einführung schon vor dem ersten Tag, und Fehler auf Fotos siehst du als Chance zur Korrektur, nicht als Grund zum Meckern.
Nein – nicht ohne zu fragen. Tonaufnahmen ohne Einwilligung sind ein echtes rechtliches Problem. Frag vorher, hol dir die Zustimmung am besten mit in die Aufnahme, sonst lass es. Mach dich nicht erpressbar.
"Bei Achim wusste ich gleich, dass ich viele Gleichgesinnte treffe!"
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