Achim Maisenbacher, Götz Müller

TWI im Handwerk (Training within industry)

Arbeitsqualität, Wissenstransfer und Standards im Handwerk

Qualität entsteht im Prozess
Wie stellst du sicher, dass dein Team wirklich versteht, worauf es ankommt?

Im Handwerksalltag zählt am Ende das Ergebnis – doch wie oft ärgerst du dich, wenn die Qualität nicht stimmt oder Standards nicht eingehalten werden? Gerade wenn der Betrieb wächst und du nicht mehr überall selbst mit anpacken kannst, wird es zur Herausforderung, Arbeitsqualität und Wissenstransfer im Team sicherzustellen. Die Erfahrung zeigt: Es sind nicht nur fehlende Motivation oder mangelndes Können, die zu Problemen führen. Viel häufiger sind es unklare Abläufe, fehlende Unterweisung und eingeschliffene Gewohnheiten, die verhindern, dass deine Mitarbeitenden ihr Bestes zeigen. In diesem Artikel erfährst du, wie du mit einfachen, praxisnahen Methoden aus der Industrie und dem Handwerk dafür sorgst, dass Standards gelebt werden – und wie du den Wissenstransfer im Team so organisierst, dass alle auf dem gleichen Stand sind.

1. Das Wiederholversprechen: Warum Kunden immer gleiche Qualität erwarten

Deine Kunden kommen mit einem Vertrauensvorschuss zu dir – sie erwarten, dass das Ergebnis so wird, wie sie es kennen oder wie du es versprichst. Dieses „Wiederholversprechen“ ist im Handwerk oft unausgesprochen, aber entscheidend für deinen Ruf. Wenn die Qualität schwankt, leidet das Vertrauen. Deshalb ist es wichtig, dass nicht nur du als Chef weißt, wie das Ergebnis aussehen soll, sondern dass dieses Wissen im ganzen Team verankert ist. Klare Standards und nachvollziehbare Abläufe helfen, das Versprechen an den Kunden einzulösen – jedes Mal aufs Neue.

Jeder will einen guten Job machen – oft hindert nur der Kontext oder fehlende Unterweisung daran.

Götz Müller

2. Gewohnheiten und Routinen: Fluch und Segen im Arbeitsalltag

Gewohnheiten machen den Alltag leichter – sie sorgen dafür, dass Abläufe reibungslos funktionieren, ohne dass ständig nachgedacht werden muss. Doch gerade im Handwerk können alte Routinen auch zum Problem werden, wenn sie nicht mehr zum aktuellen Standard passen. Wer jahrzehntelang im Altbau gearbeitet hat, bringt andere Gewohnheiten mit als jemand, der im Neubau tätig ist. Hier hilft es, regelmäßig zu überprüfen, ob die bestehenden Abläufe noch sinnvoll sind und ob alle im Team wissen, warum bestimmte Arbeitsschritte wichtig sind. Nur so lassen sich Fehlerquellen und unnötige Nacharbeit vermeiden.

3. Wissenstransfer: Warum Fachwissen allein nicht reicht

Nicht jeder, der fachlich top ist, kann sein Wissen auch gut weitergeben. Gerade erfahrene Mitarbeitende machen viele Dinge „im Schlaf“ – sie können aber oft nicht erklären, warum sie etwas so und nicht anders machen. Das führt dazu, dass neue Kollegen oder Auszubildende wichtige Kniffe nicht lernen und Fehler wiederholt werden. Hier lohnt es sich, gezielt in die Unterweisungskompetenz deiner Vorarbeiter zu investieren. Schon kurze, praxisnahe Schulungen können helfen, Wissen strukturiert und verständlich weiterzugeben.

Die Fähigkeit, Wissen weiterzugeben, ist genauso wichtig wie das Fachwissen selbst.

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4. Standards und Unterweisung: Qualität von Anfang an sichern

Qualitätssicherung beginnt nicht erst bei der Endkontrolle, sondern schon im Arbeitsprozess. Wenn Standards klar definiert und allen bekannt sind, lassen sich viele Fehler vermeiden, bevor sie entstehen. Das bedeutet: Investiere Zeit in die Unterweisung deiner Mitarbeitenden – egal, wie erfahren sie sind. Auch langjährige Profis profitieren davon, wenn sie neue Abläufe oder Materialien kennenlernen. Programme wie „Training within Industry“ zeigen, wie Unterweisung im Handwerk einfach und wirkungsvoll gestaltet werden kann.

Mit gezielter Unterweisung und Standards lassen sich viele Qualitätsprobleme von vornherein vermeiden.

Götz Müller

5. Teamstimmung und Wertschätzung: Die Basis für gute Arbeit

Gute Arbeitsqualität entsteht nicht im luftleeren Raum. Die Stimmung im Team, der Umgang miteinander und die Wertschätzung für die Arbeit jedes Einzelnen spielen eine große Rolle. Wer sich respektiert fühlt und weiß, dass seine Leistung zählt, ist motivierter und bringt bessere Ergebnisse. Achte darauf, dass Kritik konstruktiv bleibt und Fehler als Lernchance gesehen werden. So schaffst du ein Umfeld, in dem sich alle weiterentwickeln können.

Wenn ich davon ausgehe, dass jeder gute Leistung bringen möchte, muss ich herausfinden, was ihn daran hindert, diese abzuliefern.

Götz Müller

6. Praxisimpulse: So bringst du frischen Wind in deine Abläufe

Manchmal hilft schon ein Blick von außen, um eingefahrene Muster zu erkennen. Lass regelmäßig jemanden mit frischem Blick auf die Abläufe schauen – das kann ein externer Berater sein oder ein Kollege aus einem anderen Bereich. Auch kleine Experimente, wie das Ausstatten der Mitarbeitenden mit Schrittzählern, können aufzeigen, wo unnötige Wege und Zeitverluste entstehen. Wichtig ist, dass du offen für Veränderungen bleibst und gemeinsam mit deinem Team nach Lösungen suchst, die den Alltag erleichtern und die Qualität steigern.

Fazit: Wie stellst du sicher, dass dein Team wirklich versteht, worauf es ankommt?

Arbeitsqualität und Standards sind kein Zufall – sie entstehen durch klare Abläufe, gezielte Unterweisung und einen offenen Umgang im Team. Wenn du regelmäßig hinterfragst, wie Wissen weitergegeben wird und ob alle die gleichen Ziele verfolgen, legst du den Grundstein für gleichbleibend gute Ergebnisse. Investiere in die Schulung deiner Mitarbeitenden und schaffe ein Umfeld, in dem Fehler als Chance zur Verbesserung gesehen werden. So stellst du sicher, dass dein Team wirklich versteht, worauf es ankommt – und deine Kunden immer wieder zufrieden sind.
Hör dir die Podcast-Episode mit Götz Müller an und teile sie gerne, wenn sie dir gefallen hat!

Mehr dazu:
https://www.geemco.de/lean-management-im-handwerk/
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https://www.geemco.de/twi/twi-details/

Schau dir regelmäßig an, wie deine Mitarbeitenden arbeiten, und investiere gezielt in deren Schulung – so stellst du sicher, dass Qualitätsstandards wirklich gelebt werden und du langfristig bessere Ergebnisse erzielst.

 

FAQ: Training within Industry (TWI) im Handwerk

Was ist Training within Industry (TWI)?

Training within Industry (TWI) bezeichnet ein praxisnahes Konzept zur strukturieren Einarbeitung und Qualifikation von Mitarbeitenden im Handwerk, bestehend aus drei Kernmodulen: Job Instruction, Job Relations und Job Methods.

Wie läuft eine TWI-Unterweisung im Handwerk ab?

Eine typische TWI-Unterweisung besteht aus vier Schritten: Einleitung der Aufgabe, Vorführung durch die Führungskraft, Übung und Wiederholung durch den Mitarbeitenden sowie Abschluss und Feedback.

Welche Vorteile bietet TWI für handwerkliche Betriebe?

TWI sorgt für schnellere Einarbeitung, höhere Arbeitssicherheit und bessere Standardisierung von Prozessen im Team. Die Methode hilft insbesondere, Fehlerquoten zu reduzieren und die Produktivität zu steigern.

Für welche handwerklichen Tätigkeiten ist TWI geeignet?

TWI eignet sich für alle Tätigkeiten, die klare Arbeitsschritte und Standards benötigen, z.B. Montage, Fertigung, Installation, Reparatur oder Wartung.

Was sind die wichtigsten Grundsätze von TWI?

TWI basiert auf systematischer Wissensvermittlung am Arbeitsplatz („training on the job“), klarer Kommunikation und direktem Feedback – mit dem Ziel, kontinuierliche Verbesserung und Qualifikation zu fördern.

Wie kann TWI im Handwerksbetrieb praktisch eingeführt werden?

Praktisch startet TWI meist mit einer Bedarfsanalyse, gefolgt von einer modularen Schulung der Führungskräfte und Mitarbeitenden am konkreten Arbeitsplatz.

Sind TWI-Schulungen für kleine Betriebe sinnvoll?

Auch kleinere Betriebe profitieren von TWI, da die Methode speziell auf praxisnahe und sofort anwendbare Unterweisung ausgerichtet ist – unabhängig von der Betriebsgröße.

Gibt es spezielle TWI-Programme für das Handwerk?

Viele Anbieter und Berater bieten zugeschnittene Schulungen und Workshops an, die sich gezielt auf handwerkliche Anforderungen und Prozesse beziehen.

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